CAPAZ | Studierende des ASA Programms 2019: Praktikum beim CAPAZ, JLU Gießen und UNIMINUTO
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Studierende des ASA Programms 2019: Praktikum beim CAPAZ, JLU Gießen und UNIMINUTO

Studierende des ASA Programms 2019: Praktikum beim CAPAZ, JLU Gießen und UNIMINUTO

Von April bis Juni 2019 absolvieren die PraktikantInnen des ASA Programms 2019 die erste Phase ihres Praktikums im Rahmen des Projektes zum Thema Nachhaltiger Tourismus und Bildungsarbeit an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Am Lehrstuhl für Friedensforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen haben sie  u.a. an der Organisation von CAPAZ-Veranstaltungen in Deutschland mitgewirkt. Anneke, Angie Paola, Sonja und Mario Alberto teilen im Folgenden mit uns ihre Geschichten und Erwartungen angesichts des aktuellen Praktikumsprogramms.

 

Anneke

Privat

Ich bin Anneke Siebeneck und ich werde in den nächsten sechs Monaten ein Praktikum beim Deutsch-kolumbianischen Friedensinstitut CAPAZ in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität Minuto de Dios (UNIMINUTO) absolvieren. Ich studiere Mathematik und Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaften im Zwei-Fach-Bachelor an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und werde diesen voraussichtlich im Jahr 2020 abschließen.

Durch einen Freiwilligendienst in Nicaragua nach dem Abitur und mein Studium wurde mein Interesse für Themen wie Internationale Beziehungen, Entwicklungspolitik, Feminismus und politische Bildung geweckt und vertieft. Deswegen suche ich immer wieder nach Möglichkeiten in und neben meinem Studium, mein Wissen zu vertiefen und mich mit diesen Themen zu beschäftigen. Deswegen habe ich mich für das Praktikum bei CAPAZ beworben.

Die Themenschwerpunkte des Praktikums, die auf politischer Bildung und nachhaltiger Entwicklung im Rahmen des Friedensprozesses in Kolumbien liegen, finde ich sehr interessant, da diese Themen unabdingbar für die Entwicklung einer Zivilgesellschaft sind, die aktiv partizipiert und somit an der politischen Entscheidungsfindung teilnehmen kann. Außerdem gefällt es mir sehr gut, dass wir in einem binationalen Team aus verschiedenen Perspektiven arbeiten und somit einen direkten Austausch schaffen.

Ich hoffe, dass wir uns während des Praktikums intensiv mit der politischen Bildung und der nachhaltigen Entwicklung in beiden Ländern auseinandersetzen können und dass die Resultate der Forschung eventuell für den Friedensprozess in Kolumbien nützlich sein können. Des Weiteren hoffe ich, dass wir in der Projektphase in Deutschland die Zivilgesellschaft in Gießen und der Umgebung über die Situation in Kolumbien informieren können. Im Allgemeinen freue ich mich auf einen offenen und produktiven Austausch mit den anderen PraktikantInnen und allen weiteren Beteiligten.

Angie Paola

Ich heiße Angie Paola Barrera Cañaveral und habe eine Ausbildung im Fachbereich Tourismus absolviert und bin zudem qualifizierte Flugbegleiterin. Ich reise gerne und interessiere mich für den kulturellen Austausch durch den Tourismus. Die Rolle und Möglichkeiten der Tourismusbranche in diesem Bereich interessiert mich sehr, deshalb möchte ich mich im Bereich der Betriebswirtschaften weiterbilden.

Dank meiner guten Leistung während des Studiums habe ich ein Stipendium für das Praktikum des CAPAZ Institutes, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Universität UNIMINUTO erhalten. Das Praktikumsprojekt gibt mir die Möglichkeit, meine Interessen praktisch anzuwenden und mich vertieft mit den Friedensaufbau, politischer Bildung, dem bewussten Tourismus und der nachhaltigen Entwicklung zu befassen.

Ich freue mich auf die Teamarbeit mit den anderen Praktikantinnen und Praktikanten und hoffe, dass ich einen positiven Beitrag im Rahmen des binationalen Praktikums leisten kann. Ich freue mich sehr, andere Kulturen und Sprachen kennenzulernen, neue Erfahrungen zu sammeln und zu beweisen, dass Grenzen nur in unseren Köpfen existieren.

Sonja

Privat

Ich bin Sonja Smolenski. Derzeit schreibe ich meine Bachelor-Arbeit im Studium der Sozialwissenschaften und Interkulturellen Beziehungen über das Thema „Die Rolle von Frauen im kolumbianischen Friedensprozess“. Während meines Auslandssemesters an der Universidad Nacional de Colombia in Medellín lag mein Forschungsschwerpunkt auf dem bewaffneten Konflikt und der Situation der Binnenflüchtlinge in Kolumbien.

Das Studium ermöglichte mir, den bewaffneten Konflikt und die politische Situation des Landes aus unterschiedlichen Perspektiven kennen zu lernen. Im Rahmen des Seminars Desplazamiento forzado (Zwangsvertreibung) arbeiteten wir in einem Stadtviertel mit alleinerziehenden Müttern, die vom Land nach Medellín geflohen sind und Schutz vor bewaffneten Gruppierungen gesucht haben. Das Viertel ist unmittelbar vor der Universidad Nacional und liegt neben einem Kanal. Die Menschen lebten dort seit fünf Jahren in selbst gebauten und improvisierten Notunterkünften. Während unserer Zusammenarbeit wurden die Familien erneut Opfer einer Zwangsvertreibung – dieses Mal durch die Stadtverwaltung. Wir dokumentierten die Zwangsvertreibung vor Ort und begleiteten einige Familien nach der Vertreibung – viele wurden obdachlos.

Nach dem Auslandssemester arbeitete ich in einem Projekt in Medellín, koordiniert durch den interdisziplinären Lehrstuhl der Escuela del Hábitat der Universidad Nacional de Colombia, in dem Stadtviertel Pinares del Oriente, in dem mehrheitlich familias desplazadas leben. Gemeinsam mit den Bewohner*innen des Viertels erstellten wir ein Solidaritätskonzept, dass die Menschen dabei unterstützen soll, ihr eigenes nachhaltiges Tourismusprojekt zu organisieren. Dabei beeindruckte mich am meisten die Zusammenarbeit mit den Frauen des Viertels, die sich gemeinsam solidarisch organisierten, um das Viertel und ihre Gesellschaft erneut mitaufzubauen. Eine Lektion die ich dabei für mich mitgenommen habe, ist: Der Frieden wird von Tag für Tag aufgebaut und fängt bei mir selbst an.

Ich freue mich sehr, am ASA-Projektpraktikum bei CAPAZ in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen und UNIMINUTO teilzunehmen und in den kommenden Monaten mit meinen Kolleg*innen zu den Themen der nachhaltigen Entwicklung und politischen Bildung vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen des Friedensprozesses zu arbeiten. Das binationale Projekt deutsch-kolumbianischer Institutionen und Studierenden stellt für mich eine essentielle Zusammenarbeit in der Friedens- und Konfliktforschung für Kolumbiens dar.

Mario Alberto

Privat

Ich heiße Mario Alberto Lora Monsalve und habe meine Fachhochschulreife im arbeitsmedizinischen Bereich mit Schwerpunkt in Umweltwissenschaften am Instituto Nacional de Formación Técnica Profesional Humberto Velásquez García in Ciénaga, Kolumbien absolviert. In diesem Bereich studiere ich nun an der Universität UNIMINUTO in Barranquilla, Kolumbien.

Ich interessiere mich sehr für die Wissenschaft und die Forschung, sowohl die akademischen, praktischen als auch sozialen Aspekte dieser Arbeitsbereiche. Dieses Interesse dient mir als Leitlinie in meiner beruflichen und persönlichen Orientierung.

Ich hoffe, dass ich durch das Praktikum mein Wissen in den Bereichen Wirtschaft und Umwelt erweitern kann, vor allem mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Entwicklung für den Frieden. Außerdem freue ich mich darauf, in kollaborativen Lernmodellen in einer internationalen wissenschaftlichen Umgebung mitzuwirken und dadurch neue Methoden und Perspektiven kennenzulernen.

Vor allem während der Projektphase in Deutschland erhoffe ich mir, mein Wissen über die europäischen und deutsche akademischen Standards und Kultur zu vertiefen und daraufhin das neue angeeignete Wissen im kolumbianischen Friedensprozess anzuwenden. Einer meiner persönlichen Wünsche ist es, die deutsche Geschichte und Architektur besser kennenzulernen.